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Hintergrund

Wie auch Nicht-Therapeuten seelisch traumatisierten Menschen helfen können...

Wenn Menschen seelische Belastungen und Verletzungen erleben, durch so extreme Erfahrungen wie Krieg, Vergewaltigung, Flucht oder Naturkatastrophen, dann hinterlässt dies seelische Wunden, die nicht allein durch die Zeit heilen. Auch wenn das auslösende Ereignis überlebt wurde, so bleiben doch vielfältige Symptome, wie beispielsweise belastende Albträume, Ansgstzustände, oder Bilder und Gefühle des Ereignisses, die immer wieder hochkommen. Auch können die Abstumpfung vieler Gefühle und ein Verlust der Vertrauensfähigkeit die Folgen eines Traumas sein. Sich "wie lebendig begraben fühlen" sind dann die Worte, mit denen manche Betroffene ihren Zustand im Rückblick beschreiben. Eine sensible PsychoTraumatherapie bietet eine gute Chance auf Heilung.

Beginnt eine Therapie verzögert oder gar nicht, dann verlängert sich entsprechend die Zeit, in der Betroffene mit den Folgen der Traumatisierung leben müssen. Dieses - oft lebenslange - Leid kommt zu dem auslösenden Ereignis noch hinzu und wäre durch Zugang zu Psychotraumatherapie vermeidbar oder zumindest linderbar.

In vielen Regionen der Welt ist daran kaum zu denken. Es fehlt an ausgebildetem Personal und die meisten Menschen könnten sich Therapien auch dann nicht leisten, wenn es sie gäbe. Selbst in den hochindustrialisierten Ländern gibt es monatelange Wartelisten für dringend benötigte Therapieplätze. Deshalb braucht es ein Modell, das unter den Bedingungen sehr verschiedener Gesundheitssysteme funktioniert, und auch noch ökonomisch und nachhaltig ist.

Die Therapie und direkte Aufarbeitung der oft schweren psychischen Belastungen sollte vorrangig durch erfahrene und gut ausgebildete Traumatherapeuten erfolgen. Jedoch benötigen wir vor der direkten Traumaverarbeitung eine Stabilisierungsphase, damit die Menschen die erneute Konfrontation mit den schlimmen Ereignissen auch wirklich aushalten können. Und nach der Traumaverareitung folgt eine Integrations- und Trauerphase, damit sich Betroffene selbst ohne Scham, Haß und häufig auch körperlich eingschränkt unter veränderten Lebensbedingungen annnehmen können. Viele Methoden dieser beiden Phasen können auch von Nicht-Therapeuten erlernt und angewendet werden, wie auch im Rahmen unserer Weiterbildung Trauma-Assistenz.

Diese Trauma-Assistenten können zusätzlich aus der Gemeinschaft um die besonders belasteten Menschen rekrutiert werden - so beispielsweise auch aus dem Kreise der Asylantragssteller oder Menschen auf der Flucht in einem Flüchtlingslager. Hilfreich ist es, wenn diese Personen bereits eine Grund-Qualifikation haben, beispielsweise als Sozialpädagogen, Erzieher oder Psychologen. Das hilft nicht nur dem enormen Mangel an Personal, sondern erleichtert auch den kulturspezifischen Zugang zu den traumatisierten Menschen enorm.