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  PROJEKTE IN DEUTSCHLAND  

  WIE WIR HELFEN  

Was wir erreicht haben (2005-2014)

Berechnungsgrundlage: Die Zahl der insgesamt erreichten Menschen errechnet sich aus der Anzahl der weitergebildeten Ärzte, Psychologen, Therapeuten und Nicht-Therapeuten pro Jahr und der Annahme, dass diese jährlich durchschnittlich 15 neue Patienten/Klienten betreuen.
DEUTSCHLAND

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Seelische Verletzungen unterschiedlicher Ausprägung sind in allen Kulturen häufig. Besonders aber in der Gruppe der Flüchtlinge finden wir schwere Traumata, die durch den Verlust naher Angehöriger, Gewalt, Verlust des Besitzes und Vertreibung aus der angestammten Heimat resultieren.

Die Therapie und direkte Aufarbeitung dieser schweren psychischen Belastungen sollte vorrangig durch erfahrene und gut ausgebildete Traumatherapeuten erfolgen.

Jedoch benötigen wir vor der direkten Traumaverarbeitung eine Stabilisierungsphase, damit die Menschen die erneute Konfrontation mit den schlimmen Ereignissen auch wirklich aushalten können sowie anschließend eine Integrations- und Trauerphase, damit sie sich selbst nach dem Trauma ohne Scham, Haß und häufig auch körperlich eingschränkt unter veränderten Lebensbedingungen annnehmen können.

Viele Methoden dieser beiden Phasen können auch von Nicht-Therapeuten erlernt und angewendet werden und erweitern damit Kenntnisse und Handlungsrepertoire.

Wenn für Flüchtlinge das Leben nach dem Überleben bei uns in Deutschland beginnen kann, dann ist das wahrlich ein Grund, stolz zu sein.

Die Situation von Flüchtlingen auf der ganzen Welt bewegt uns. Kinder und Erwachsene haben oft unfassbare Gewalt miterlebt, Hab und Gut und ihre Heimat verloren.

Die neunjährige Batuul, hat mitansehen müssen, wie zwei ihrer Angehörigen, darunter der 15jährige Bassam in einem Hinterhalt erschossen wurden. Batuul wurde für diesen Beitrag in einem Flüchtlingslager für syrische Flüchtlinge in der Türkei befragt. Zunächst versucht sie auf die Frage des Lehrers gefasst zu antworten. Mit geübter Disziplin steht sie auf und berichtet. Aber natürlich überkommen Sie die Erinnerungen, Bilder und Gefühle.

Im Gegensatz zu der im Beitrag ausgesprochenen Vermutung führt das bloße Wiedererzählen der Ereignisse nicht zu einer Verarbeitung von Traumata oder gar der Milderung von Traumafolgen wie z.B. Angstzuständen oder quälenden Alpträumen. Die gut gemeinten Versuche der Lehrer, mit den zum Teil sehr schweren Traumata der Kinder umzugehen, zeigen die Hilflosigkeit angesichts der Situation und dem Mangel an speziell ausgebildetem Personal.

Im Beispiel von Batuul haben wir es nicht nur mit tiefer Trauer nach Verlust geliebter Menschen zu tun. Die Hilflosigkeit, das Geschehene miterleben zu müssen, nicht verhindern zu können, sind oft überwältigend. Vielleicht die Schuld, überlebt zu haben. All dies kommt zur Trauer hinzu und löst sich nicht mit der Zeit auf. Dies wird das Leben des Mädchens noch Jahre oder Jahrzehnte prägen wenn Sie nicht mit entsprechenden Methoden stabilisiert und behandelt wird.

Ein Beitrag der SOS-Kinderdörfer zur Situation in Syrien:

Flucht als Anfang

Flüchten zu müssen bedeutet, dass der Zustand an dem Ort, der das eigene zu Hause ist, nicht mehr aushaltbar ist. Es ist zu gefährlich geworden - lebensgefährlich. Flucht reißt Menschen aus ihrem Lebenszusammenhang heraus, der allzuleicht als selbstverständlich gilt.

Flucht hat ein Ziel. Dort soll es sicherer sein für Leib und Leben. Gastgeber zu sein für flüchtende Menschen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie gründet in Mitgefühl und dem Vermögen, Schutz, Frieden und Lebensgrundlage in der Not geben zu können. Und geben zu können ist in dieser Welt ein großes Privileg.

Schicksale lassen sich nicht vergleichen. Doch hat die Generation unserer Großeltern und Eltern mit Mitteleuropa die Folgen von Krieg und Flucht selbst miterlebt oder bezeugen müssen. Zunächst geht es um äußere, räumliche und gesellschaftliche Sicherheit. Auf dieser Basis kann die Bearbeitung von Traumata stattfinden und gewissermaßen die "innere Sicherheit" wieder aufgebaut werden. Hier beginnt unsere Arbeit.

Menschen nach einer Flucht haben meist Furchtbares hinter sich, aber noch nicht hinter sich lassen können. Aus Erfahrungen werden Erinnerungen, aus Erinnerungen werden Biografien. Oft ist trauma-therapeutische Hilfe für diese Menschen unverzichtbar um wieder in ihr Leben zurückzufinden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Wir sollten [Flüchtlinge] als Menschen mit Potenzial sehen. Ich bin froh, dass ich hier die Chance hatte, mein Potenzial zu entwickeln. ―Michael Mwa Allimadi

Nichts motiviert Menschen so sehr, wie das das Vertrauen, das man in sie legt. Deshalb bieten wir den Ärzten und Psychologen unter den Flüchtlingen eine stufenweise Weiterbildung in grundlegenden Methoden der Traumatherapie an. Die Fachleute können und sollten zunächst ihre eigenen Traumata bearbeiten. Danach können Sie unter Anleitung von erfahrenen Therapeuten lernen, diese Methoden selbst anzuwenden.

Auch in Anbetracht des hierzulande spürbaren Therapeutenmangels und der schieren Menge an traumatisierten Menschen gehen wir den Weg der Multiplikation von Kenntnissen und Fertigkeiten.

Pädagogen und Fachkräfte für Sozialberufe unter den Flüchtlingen kommt eine besonders wichtige Aufgabe zu, mit Methoden der sogenannten Traumapädagogik die Grundlage für Therapien und die langfristige Milderung von Traumafolgen zu legen. In einer zweiten Säule unserer Arbeit bilden wir auch diese Berufsgruppen weiter.

Dies ist eine ergreifende Dokumentation in englischer Sprache über die Situation von Flüchtlingen in der Türkei.


Al Jazeera World - Syria: so near, so far by aljazeeraenglish