Berlin: "Bilder, die man nicht vergisst" - Hilfe für Angehörige, Zeugen und Helfer

Die Zahl der am 19. Dezember auf dem Berliner Breitscheidplatz getöteten und verletzten Menschen ist erschreckend - steht doch hinter jeder Zahl ein menschliches Leben, ein menschliches Schicksal. Betrachtet man zusätzlich die vielen Angehörigen, Zeugen und HelferInnen von Polizei und Rettungsdienst multipliziert sich die Zahl der Betroffenen noch einmal um ein Vielfaches.

"Bilder, die man nicht vergisst." So kommentierte ein Zeuge gegenüber der Presse kurz nach dem Ereignis seine Eindrücke. Dies widerspiegelt einen Aspekt, der in der Diskussion um die Folgen und Auswirkungen von Anschlägen und Katastrophen häufig wenig Beachtung findet.

Als Zeuge - und körperlich unversehrt Überlebender - hat man ja "Glück im Unglück" gehabt. Steht es einem da zu, dass einem die Ereignisse noch nahe gehen, gewissermaßen in den Knochen stecken? "Dir ist doch nichts passiert." Diesen Satz hören vielleicht manche. Trotz der Erleichterung eines "mir ist nichts passiert" trifft dies meist nicht die Realität. Denn wer Zeuge des gewaltsamen Todes und der Verletzung anderer wird, kann hierdurch traumatisiert werden. In den meisten Medien werden Bilder von Toten und Verletzten wirksam und sinnvollerweise nicht veröffentlich, der Schauplatz abgeschirmt. Die Zeugen waren aber dabei, hatten also keine Wahl als diese Bilder, Geräusche und Gerüche wahrzunehmen. Das ist normal und angemessen, dass einen solche Eindrücke überfordern können.

Dies gilt ebenfalls für professionelle HelferInnen wie Polizei und Rettungskräfte. An solche Eindrücke kann man sich nicht "gewöhnen". Und wenn doch, dann ist der Preis hierfür Abstumpfung.


Unsere Empfehlungen

Wenn Sie nach einem für sie persönlich überwältigenden Ereignis - auch wenn Sie selbst körperlich nicht zu Schaden gekommen sind - Albträume, Angstzustände, Panikattacken, sich aufdrängende Bilder oder Gefühle bemerken, dann suchen Sie sich therapeutische Beratung bzw. Behandlung. Mit der modernen Traumatherapie können die seelischen Folgen eines solchen Ereignisses meist in einigen Sitzungen gut behandelt werden.

Wenn Sie online nach einem Therapeuten suchen möchten, eignen sich etwa die Schlagworte "Traumatherapie, Psychotherapie, Trauma", ggf. auch in Kombination. - Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich an unsere telefonische Beratung wenden.

Professionelle HelferInnen konsultieren bitte soweit wie möglich die entsprechenden therapeutischen Angebote Ihrer Institution. Wenn diese nicht verfügbar oder ausreichend sind, können Sie ebenfalls auf unsere telefonische Beratung zurückgreifen.

Außerdem können Sie unsere Stabilisierungsübungen mit Traumatherapeutin Dr. med. Charlotte Baltrusch zum selbst hören entweder als CD bestellen oder als mp3 herunterladen.